Schädlinge sind Lebewesen, welche sich von Pflanzen ernähren, die die Landwirte gerne ernten möchten. Üblicherweise werden sie deshalb „vernichtet“, d.h. massenhaft getötet, auch in der Biolandwirtschaft. Ähnliches gilt für die Beikräuter („Unkräuter“). Dass es auch anders geht, zeigte kürzlich Ivo Bertaina in einem Seminar der Arbeitsgemeinschaft für die biodynamische Wirtschaftsweise.

Das Prinzip klingt einfach und ist aus der Homöopathie bekannt: Man nimmt etwas von dem, das man loswerden will, vermischt es gut mit einer neutralen Trägersubstanz und wendet es an. Genauso wie homöopathische Mittel die Krankheit vertreiben, vertreiben die richtig hergestellten biodynamischen Treibmittel die unerwünschten Lebewesen aus den landwirtschaftlichen Kulturen.

Dieses Prinzip und einige Angaben zu Herstellung und Anwendung führte bereits Rudolf Steiner 1924 in seinem landwirtschaftlichen Kurs an. In der biodynamischen Landwirtschaft wurde es weiterentwickelt und unter dem Namen „Veraschung“ bekannt.

Im Lauf der Zeit wurden verschiedene Varianten entwickelt, welche mehr oder weniger erfolgreich angewandt wurden. Vieles ist dabei zu beachten, Konstellationen, Art der Potenzierung, verwendete Teile usw. Ivo Bertaina, langjährig biodynamisch und anthroposophisch tätig, studierte die Materie von den Anfängen an neu und kam zu seiner eigenen Variante. Er hat damit gute Erfolge, sei es bei diversen Schadinsekten, als auch bei Wildschweinen.

Das Faszinierende an dieser Methode ist, dass sie von jedem Landwirt von A bis Z selbst durchgeführt werden kann und dass sie bei allen Organismen funktioniert, von Pilzen bis zu den Säugetieren. Die Lebewesen werden nicht getötet, sondern aus den Bereichen vertrieben, wo sie Schäden anrichten. Im Idealfall hat jeder biodynamische Bauernhof Bereiche wie Wälder, Hecken oder Feuchtgebiete, wo diese Wesen sich aufhalten können ohne Schaden anzurichten.

(Autor: Christian Drescher)